Der Potsdamer Platz im Kalten Krieg
Auf dem Potsdamer Platz 2006

Der Potsdamer Platz

Der Potsdamer Platz in Berlin gehört zu den weltweit meist fotografierten Plätzen. Aber! Die Aufnahmen der jeweiligen Zeitgenossen, die ihn von Anfang des 20. bis Anfang des 21. Jahrhunderts fotografiert haben, könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Natürlich wegen der dramatischen Geschichte von Berlin in diesem Zeitraum: von der Belle Epoque zum Ersten Weltkrieg. Von der Weimarer Republik zum Zweiten Weltkrieg. Und von der Frontlinie im Kalten Krieg zum wiedervereinten Deutschland.

Kirchners »Potsdamer Platz, 1914« (Ausschnitt)

Zu Kaisers Zeiten glänzten der Potsdamer Platz und seine Umgebung mit noblen Hotels - neben regem (verbotenem) Rotlicht-Millieu (Links: Kirchners »Potsdamer Platz, 1914«). In den Goldenen Zwanzigern war er der belebteste Platz Europas mit erster Ampel, mondänem Nachtleben und dem größten Vergnügungspalast des Landes (Haus Vaterland). Dann kamen die Nazis und der Zweite Weltkrieg. Danach teilten die Siegermächte Berlin in 4 Zonen. Die stießen am Potsdamer Platz alle aufeinander und so entstand dort ein verbotener Schwarzmarkt mit besonderem Clou: Kamen die »Bullen« einer Siegermacht begab man sich einfach in eine andere, gerade razziafreie, Viermächtezone nebenan.

Der Potsdamer Platz 2006 und im Kalten Krieg

Im Kalten Krieg war Berlin u. a. auch quer durch die heutige »Neue Mitte« geteilt. Der Potsdamer Platz lag direkt hinter der Berliner Mauer in Ost-Berlin. Dort waren Sperrgebiet und Todeszone. Im Westen gab es gerade noch ein Schild von ihm und er war auch nicht mehr überall verzeichnet. Man kannte ihn als Mauerbesichtigungsort am Ende der Potsdamer Straße, wo man - nach ausgiebiger Ausschau hinter den Eisernen Vorhang - dann Souvenirs, Postkarten und Eis am Stiel kaufen konnte. That's it! Nach der Wende entstand das Areal vom neuen Potsdamer Platz mit ganzen 10 Straßen und 2 Plätzen. Berlin ist eine Reise Wert, auch wegen dem Potsdamer Platz, wie schon immer.

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